Field-Target-Schießen ist eine unblutige Jagd-Simulation. Die Wettbewerbe werden in Wald-, Feld- und/oder Buschland mit Präzisionsluftgewehren mit mittlerer bis hoher Mündungsenergie durchgeführt. Die Ziele sind meist lebensgroße Silhouetten von Tieren, die in den Ursprungsländern England und USA auch mit Luftgewehren gejagt werden: Kaninchen, Elstern, Krähen, Ratten und andere Kleintiere.

Dieser Schießsport entstand gegen Ende der 70er Jahre in England, wo am 7. September 1980 das erste Field Target Match in Sussex stattfand. Er breitete sich in Großbritannien und in den USA schnell aus; heute ist er besonders im erstgenannten Land ein ausgesprochener Breitensport, was sich nicht zuletzt darin dokumentiert, dass in der sehr restriktiven britischen Waffengesetzgebung Luftgewehre eine Sonderstellung einnehmen: sie sind bis zu einer Mündungsenergie von 16,3 Joule frei verkäuflich. Tausende von enthusiastischen Luftgewehrschützen üben heute diesen Sport in allen Teilen der Welt aus, der Weltverband WFTC listet aktuell 39 internationale Verbände auf, die FT betreiben. Inzwischen wurde auch ein europäischer FT-Verband (EFTF) gegründet. Der BDS nahm im Jahr 2000 Field Target ins Sportprogramm auf und gehört beiden Verbänden an. Deutschlands FT-Schützen sind mittlerweile nicht nur regelmäßig auf den Siegertreppchen zu finden, der BDS hat auch bereits 2004 und 2013 zwei Weltmeisterschaften in Ebern und 2017 eine Europameisterschaft in Marienberg ausgerichtet.

Moderne Field-Targets bestehen aus schwerem Plattenstahl, aus dem eine lebensgroße Silhouette eines typischen mit einem Hochleistungsluftgewehr jagdbaren Kleintieres gestanzt oder geschnitten ist. In der Silhouette ist ein Loch an der Stelle vorhanden, die der "Blattschussregion" entspricht: die sog. "Hit Zone". Hinter dieser befindet sich ein zweites, löffelförmiges Stahlteil, das "Paddle", das meist leuchtend orange, gelb oder rot gefärbt ist. Diese auffällige und gut sichtbare Hit Zone ist das eigentliche Ziel, das anvisiert werden muss. Ein direkter Treffer wirft das an einem Scharnier befestigte hintere Teil zurück und gibt damit die ebenfalls mit einem Scharnier an der Basis befestigte Silhouette frei, die dann durch Federdruck oder -zug nach hinten umkippt und somit symbolisch "tot" ist. Ein Fehlschuss bewirkt außer einer Frustration des Schützen überhaupt nichts.

Geschossen wird mit Einzellader-Luftgewehren und speziellen Zielfernrohren. Ein „Parcours“ besteht aus verschiedenen Schießkorridoren („Lanes“) mit insgesamt mindestens 25 und heute meist 50 Zielen pro Runde. Die Schützen müssen die im Gelände innerhalb einer Lane zwischen 9 und 50 Meter entfernten Ziele finden, die Entfernung schätzen und den Haltepunkt entsprechend der Flugbahnkurve und den Windverhältnissen berechnen. Dafür haben sie aber nur eine Minute pro Schuss Zeit. Die bevorzugte Schießstellung ist sitzend, also mit möglichst nahe an die Brust gezogenen Beinen, wobei die Knie als stabile Unterstützung dienen. Die Schützen gehen meist in Zweiergruppen durch den Parcours: eine Person schießt, die zweite notiert die Treffer in einer "Score Card“, dann gehen beide weiter zur nächsten Lane.

Waffenart:  Luftgewehr bis 16,3 oder bis 7,5 Joule, keine Beschränkung bei Gewicht, Schäftung oder Abzug (sofern technisch sicher)

Kaliber: 4,5 mm (andere Kaliber bis 6,3 mm sind erlaubt, aber unüblich)

Visierung:  Zielfernrohr, Wasserwaage, Windfähnchen. Entfernungsmessgeräte jeder Art (Laser o.ä.) sind nicht erlaubt.

Anschlag:  sitzend frei (nur am eigenen Körper abgestützt). Bei einzelnen Lanes kann auch nur kniend oder nur stehend vorgeschrieben werden.

Stahlziele: Klappziele in Tierform (Kaninchen, Elstern, Krähen, Ratten) mit „Hit Zones“ in 15, 20 oder 40 mm, die das Ziel bei einem Treffer umwerfen (Treffer auf die Tiersilhouette selbst beeinflussen das Ziel nicht). Ein Zugseil sorgt nach dem Durchgang für das Wieder-Aufrichten des Ziels.

 

Klassen:

Klasse 1: Offene Klasse mit WBK-pflichtigen Pressluftgewehren (Mündungsenergie E0 maximal 16,3 Joule).

Klasse 2: Offene Klasse mit WBK-pflichtigen Feder- und Gasdruckkolbenluftgewehren, (E0 maximal 16,3 Joule)

Klasse 3: (nur national in D) Pressluft- und CO2-Gewehre (E0 maximal 7,5 Joule)

Klasse 4: (nur national in D) Feder- und Gasdruckkolbenluftgewehre mit Prellschlag (E0 maximal 7,5 Joule) 

Klasse 5: (nur national in D) Feder und Gasdruckkolbenluftgewehre mit Prellschlagkompensation jeder Art (E0 maximal 7,5 Joule) 

BDS 1975 e.V., 2018
Gestaltung und Programmierung: celdro media interactive GbR